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Vorsitzender des IZKF-Vorstandes:
Prof. Dr. med. André Reis
Mikrobiologie, Interdisziplinäres Zentrum für klinische Forschung (IZKF), Radiologie, Uni-Klinikum

Salzanreicherung in der Haut fördert die Infektionsabwehr

Kochsalz hat in der Öffentlichkeit und in der Medizin einen schlechten Ruf, da ein dauerhaft erhöhter Konsum mit einer Steigerung des Blutdrucks und mit Gefäßschäden assoziiert ist. Wissenschaftler des Mikrobiologischen Instituts (Direktor: Prof. Dr. Christian Bogdan), der Nachwuchsgruppe 2 (Leiter: Prof. Dr. Jens Titze) des Interdisziplinären Zentrums für Klinische Forschung (IZKF) und des Radiologischen Instituts (Direktor: Prof. Dr. Michael Uder) des Universitätsklinikums Erlangen und der FAU Erlangen-Nürnberg haben nun entdeckt, dass es bei bakteriellen Infektionen der Haut zu einer Anreicherung von Natriumchlorid (NaCl, "Kochsalz") im Gewebe kommt. In in vitro und in vivo Experimenten konnten sie zeigen, dass eine erhöhte NaCl Konzentration einen Schlüsselmechanismus der Infektionsabwehr verstärkt und damit zu einer verbesserten Erregerkontrolle in Makrophagen und in der Haut beiträgt. Die Ergebnisse, die im Rahmen des DFG-Sonderforschungsbereiches 643 "Strategien der zellulären Immunintervention" (Sprecher: Prof. Dr. Gerold Schuler) und in Zusammenarbeit mit weiteren Arbeitsgruppen innerhalb und außerhalb Erlangens entstanden, wurden kürzlich in der renommierten Fachzeitschrift „Cell Metabolism“ (doi:10.1016/j.cmet.2015.02.003) veröffentlicht.

Vor einigen Jahren hatte die Arbeitsgruppe von Prof. Jens Titze, der neben seiner Professur an der FAU auch an der Vanderbilt University School of Medicine tätig ist, entdeckt, dass eine Hochsalzdiät bei Ratten zu einer Salzanreicherung in der Haut und zu einer verstärkten Lymphgefäßbildung führte. Dabei übten Fresszellen (sog. Makrophagen) eine wichtige Steuerfunktion aus. Diese und weitere Beobachtungen haben das Forscherteam dazu veranlasst, die Wirkung von NaCl auf die Abwehrfunktion von Makrophagen zu studieren. Jonathan Jantsch, mittlerweile W2 Professor am Universitätsklinikum Regensburg, und seine Mitarbeiter am Mikrobiologischen Institut fanden, dass eine Hochsalzbehandlung von Makrophagen oder von Mäusen die Expression der induzierbaren Stickstoffmonoxidsynthase (iNOS) steigerte. Das Enzym iNOS ist für die Produktion von Stickstoffmonoxid verantwortlich, welches unter anderem eine starke antimikrobielle Aktivität hat. In der Tat ließ sich bei Infektionen mit dem einzelligen Parasiten Leishmania major, welcher chronische Hautläsionen auslöst, nachweisen, dass die Salzanreicherung in der Haut die Erregerkontrolle verbessert. Im Einklang mit den experimentellen Ergebnissen fand sich bei Patienten mit einer bakteriellen Hautinfektion eine verstärkte Anreicherung von Natriumkationen im infizierten Gewebe, welche durch 23Natrium Magnetresonanztomographie sichtbar gemacht werden konnte.

Eine Hochsalzdiät zur Infektionstherapie kommt beim Menschen aufgrund der bekannten negativen Effekte im Herz-Kreislauf-System nicht in Frage. Ob stattdessen lokale Behandlungen (z.B. mit salzhaltigen Wundauflagen) einen therapeutischen Effekt bei chronischen Hautinfektionen haben, müssen weitere Untersuchungen zeigen.

Weitere Informationen:

Prof. Dr. med. Christian Bogdan
Telefon: 09131 85-22551
E-Mail: christian.bogdanatuk-erlangen.de

Prof. Dr. Michael Uder
Telefon: 09131 85-36065
E-Mail: michael.uderatuk-erlangen.de

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