Nachrichten

IZKF

Vorsitzender des IZKF-Vorstandes:
Prof. Dr. med. André Reis
Interdisziplinäres Zentrum für klinische Forschung (IZKF)

FAU-Forscher entdecken einen neuen Ansatzpunkt für die Therapie von schwarzem Hautkrebs

Schwarzer Hautkrebs ist eine der Krebsarten, die in westlichen Ländern am häufigsten zum Tod führt. Zwar gibt es Medikamente mit guter Wirksamkeit, doch fast immer folgt nach anfänglichen Erfolgen die Resistenz der Krebszellen. Forschern der FAU ist es gelungen, die Resistenz schwarzer Hautkrebszellen zu durchbrechen. Ihre Ergebnisse haben sie nun in der renommierten Fachzeitschrift Oncogene (DOI: 10.1038/onc.2017.391) veröffentlicht.

Schwarzer Hautkrebs gilt unter anderem deshalb als eine der bösartigsten Tumorarten, weil die Tumoren schon ab einer sehr geringen Größe von 0,7 Millimetern in andere Organe, zum Beispiel die Leber, Lunge und Gehirn, streuen können. Hat sich der Tumor ausgebreitet, bestehen nur noch sehr geringe Heilungsmöglichkeiten. Weltweit steigt die Rate der Neuerkrankungen an schwarzem Hautkrebs, bekannt als malignes Melanom, drastisch an. Auch junge Menschen unter 40 Jahren erkranken häufig daran. Die größten Risikofaktoren sind dabei zu starke Sonnenbestrahlung, Sonnenbrände sowie genetische Veranlagung.

Anpassungsfähige Krebszellen

Für Melanome mit einer bestimmten genetischen Veränderung gibt es zwar zielgerichtete Therapeutika, die eine gute Wirksamkeit haben, doch dem verheißungsvollen Therapiebeginn folgt in fast allen Fällen die Ernüchterung: Die Krebszellen sind meistens schnell resistent gegen die Behandlung. Stattdessen breitet sich der Tumor weiter aus, manchmal sogar noch stärker und schneller als zuvor. Die Wissenschaftler vermuten, dass die Krebszellen während einer Therapie lernen, wie sie unter veränderten Bedingungen überleben und sogar weiterwachsen können.

Die Forscher um Prof. Dr. Anja Bosserhoff und Dr. Peter Dietrich, vom Lehrstuhl für Biochemie und Molekulare Medizin, sowie Prof. Dr. Claus Hellerbrand, von der Professur für Biochemie und Molekulare Pathobiologie, haben nun einen Weg gefunden, um die Resistenz der schwarzen Hautkrebszellen zu verhindern. Denn Hautkrebszellen produzieren vermehrt ein ganz bestimmtes Protein, genannt KRAS, während sie mit Therapeutika behandelt werden. Dieses Protein schaltet bestimmte Signalwege in der Zelle an und ermöglicht es dem Tumor, trotz Therapie zu überleben und sich weiter auszubreiten.

Stoppschild für Gen in Krebszellen

Der Schlüssel zum Erfolg liegt darin, KRAS zu hemmen. Die FAU-Forscher haben die Herstellung von KRAS in den Zellen ausgeschaltet, wodurch die erkrankten Zellen wieder auf die Therapien ansprachen. Weiterhin verwendeten die Wissenschaftler einen neuen, in Deutschland entwickelten Wirkstoff gegen KRAS. „Dieser Wirkstoff, genannt Deltarasin, führt dazu, dass die Hautkrebszellen absterben und die Therapieresistenz durchbrochen wird. In Verbindung mit herkömmlichen Therapien wirkt dieses Medikament um ein vielfaches stärker“, erklärt Dietrich. Auch Bosserhoff ist von dem Erfolg des Wirkstoffes überzeugt: „Der Ansatz hat großes Potential und wird weiterentwickelt. Deshalb hat die FAU diese Entdeckung mittlerweile zur Patentierung angemeldet.“

von links: A. Bosserhoff, P. Dietrich, C. Hellerbrand (Foto: Ingmar Henz)

 

Weitere Informationen:

Prof. Dr. Anja Bosserhoff
09131/85-24190
anja.bosserhoffatfau.de

Dr. Peter Dietrich
Tel.: 09131/85-29384
peter.dietrichatfau.de

zurück zu Aktuelles
 
IZKF-Geschäftsstelle

Dr. Katrin Faber
Anne Reichel
Bianca Meyerhöfer-Klee

Kontakt

Telefon: 09131 85-46842
Fax: 09131 85-35903

zur IZKF-Geschäftsstelle

Kalender

Veranstaltungskalender

MoDiMiDoFrSaSo
30 31 01 02 03 04 05
06 07 08 09 10 11 12
13 14 15 16 17 18 19
20 21 22 23 24 25 26
27 28 29 30 01 02 03
Veranstaltungssuche
 
 
 
 
Bitte tragen Sie Ihren Namen und gültige E-Mail-Adresse(n) ein!
X zum Schließen

Zusammenfassung