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Vorsitzender des IZKF-Vorstandes:
Prof. Dr. med. André Reis
Medizin 4, Interdisziplinäres Zentrum für klinische Forschung (IZKF), Uni-Klinikum

Einmal zum Mars und zurück

Zu hoher Salzkonsum ist schuld an Bluthochdruck – diese These wollen Forscher des Universitätsklinikums Erlangen und der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (FAU) in einem deutsch-russischen Kooperationsprojekt prüfen. Anfang Juni beginnt in Moskau die Simulation einer Expedition zum Mars, bei der sich sechs Probanden für die Dauer von 520 Tagen in eine enge „Raumkapsel“ einsperren lassen, um zu testen, wie sich eine solche Reise auf den menschlichen Organismus auswirkt. Dabei werden sie hermetisch von der Außenwelt abgeschlossen, was das Projekt der Erlanger Forscher erst ermöglicht: Nur unter diesen Bedingungen können sie die Salzmenge, die die sechs zu sich nehmen, genau kontrollieren und damit herausfinden, wie sie sich auf den Blutdruck auswirkt. Das Experiment ist die weltweit längste Stoffwechselstudie am Menschen, die es je gab.

Ca. 15-20 Millionen Menschen in Deutschland leiden an zu hohem Blutdruck schätzt die Arbeitsgruppe aus Wissenschaftlern des Interdisziplinären Zentrums für Klinische Forschung der Universität Erlangen-Nürnberg und der Medizinischen Klinik 4 - Nephrologie und Hypertensiologie des Universitätsklinikums Erlangen, die die Langzeitstudie konzipiert hat. Das führt zu Herzinfarkten und Schlaganfällen und ist damit eines der häufigsten Gesundheitsprobleme in Deutschland.

Als Hauptursache für Bluthochdruck gelten schon länger ungesunde Ernährungsgewohnheiten und zu hoher Konsum von gewöhnlichem Kochsalz. Würde man die Salzmenge in der Nahrung jedoch reduzieren, könnte das langfristig Herz-Kreislauferkrankungen und Arteriosklerose vorbeugen. Diesen Ansatz verfolgen die Forscher. Unter Alltagsbedingungen könnten sie die Studie nicht durchführen, weil der Großteil des Kochsalzes in industriell gefertigten Lebensmitteln, wie Brot, Wurst oder Tiefkühlpizza versteckt und damit nicht zu kontrollieren ist. Im Verlauf des Mars500-Experiments werden sie über Monate hinweg die Kochsalzzufuhr der sechs Teilnehmer verringern, zunächst von zwölf auf neun und später auf sechs Gramm pro Tag.

Schon 2009 konnten die Wissenschaftler bei einem ähnlichen Projekt erste Erkenntnisse gewinnen. Damals hatten sich fünf Testpersonen für 105 Tage in eine verschlossene „Raumkapsel“ auf eine simulierte Marsmission begeben. Selbst bei diesen völlig gesunden Probanden stellten die Erlanger einen deutlich niedrigeren Blutdruck fest, nachdem sie den Salzgehalt der Nahrungsmittel reduziert hatten.

Die Langzeituntersuchung ist die aufwändigste von mehreren deutschen Teilprojekten, die das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) für das Mars500-Experiment ausgesucht hat und die vom Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie finanziert wurden. An dem Mars-Experiment sind europäische, russische, amerikanische, und chinesische Wissenschaftler beteiligt.

Weitere Informationen:
Dr. Jens Titze
Telefon: 09131 85-39300
E-Mail: jtitzeatmolmed.uni-erlangen.de

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